Heiraten in Berlin: Ja, ich will!

Die Ehe ist nicht nur die Zusage, mit diesem einen Menschen eine lebenslange Bindung einzugehen, es ist für viele eine Sache, die zum Leben dazu gehört. Es ist ihr großer Traum, es ist ihre Bestimmung und sie finden, dass es nicht genügt einfach nur jemanden zu lieben, sondern mit diesem Menschen den heiligen Bund einzugehen.

Natürlich ist die Ehe nicht immer nur Friede Freude Eierkuchen. Da gehört mehr dazu, als nur nur das Ja-Wort. Denn jede Beziehung bedeutet Arbeit.

Vorher, damit man überhaupt eine Beziehung hat und natürlich immer wieder jeden Tag, damit die Beziehung bestehen bleibt. Wer sich vorher benimmt sie der größte Kavalier und nach der Eheschließung auftritt wie die Axt im Wald, braucht sich nicht wundern, wenn der Partner alsbald das Weite sucht.

Aber hier und heute geht es nicht um die Probleme in einer Beziehung, sondern um die Ehe.

Was ist Muss bei einer Hochzeit?

Es gibt verschiedene Punkte, die bei der Eheschließung beziehungsweise vor der Eheschließung gegeben sein müssen. Dazu gehören unter anderem die Volljährigkeit, das gegenseitige Einvernehmen und es darf kein Verdacht auf eine Scheinehe bestehen. Bei einer Scheinehe würde ein deutscher Mitbürger eine ausländische Person heiraten, um dieser Person die deutsche Staatsbürgerschaft zu ermöglichen. Dabei haben die Ehepartner nichts gemeinsam und auch nichts miteinander zu tun.

Liegt aber kein Verdacht auf eine Scheinehe vor, beide Eheleute sind im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte und sind volljährig, steht der Eheschließung nichts im Wege. Bei der kirchlichen Trauung ist jedoch wichtig, dass die Eheleute, zumindest einer von ihnen, nicht aus der Kirche ausgetreten ist. Ist einer ausgetreten, ist das kein Problem. Sind aber beide Eheleute aus der Kirche ausgetreten, kann die kirchliche Trauung nicht vorgenommen werden.

Die einzig wichtige Trauung, die vom Staat als anerkannte Eheschließung gilt, ist die standesamtliche Trauung. Dieses Bündnis ist eine stellvertretende Zusage an den Staat, dass man fortan mit diesem Menschen den Rest seines Lebens teilen möchte. Bei der kirchlichen Trauung geht es nicht um den Staat, sondern um Gott und dass man zu Gott „Ja“ sagt. Ja zu der Eheschließung und Ja zu allem anderen.

Ebenfalls sind Eheringe und ein Trauzeuge nötig, der das Dokument zusammen mit dem Brautpaar unterschreibt. Dieser Trauzeuge kann ein Freund sein, die Eltern, die Geschwister, ein anderer Verwandter oder auch ein Fremder. Dieser Trauzeuge ist nur da, um (wie der Name es bereits verrät) als Zeuge der Trauung zu dienen. Aber für gewöhnlich wird eine Person aus dem Freundeskreis oder familiären Umfeld gewählt.

Was ist kein Muss?

Es gibt viele Punkte, die für die Menschheit einfach zu einer Hochzeit dazu gehören, aber nicht zwingend erforderlich sind. Wer also nicht besonders kreativ, vermögend oder anspruchsvoll ist, kann im kleinsten Kreise, mit wenigen Dingen heiraten.

Das alles ist nicht notwendig:

Fürbitten: Die Fürbitten sind Gebete, bei denen der oder die Beter Gott für jemand anderen bitten. Man bittet um die, die Hilfe brauchen, und dass Gott ihnen helfen möge, zum Beispiel dem zu taufenden Kind. Aber es gibt auch Fürbitten für die Hochzeit und für das Brautpaar, mit der Bitte von Gottes Hilfe sie eine lange und glückliche Ehe haben, gesund sein, glücklich und zufrieden und verständnisvoll, vor allem aber tolerant und verständnisvoll sein sollen.

Ehegelübde: Es klingt jedes Mal irrsinnig romantisch, wenn von dem Ehegelübde die Rede ist. Hierbei sagen sich Braut und Bräutigam (bzw. Braut und Braut oder auch Bräutigam und Bräutigam) was sie sich von der Ehe wünschen, wie sehr sie sich lieben. Dinge, die sie sich bis dato nicht getraut haben ihnen zu sagen und ihre Wünsche, Träume und Pläne für die Zukunft.

Anzug und Brautkleid: Wenn man heiratet, denkt man oft an eine opulente Hochzeit mit teurem Prinzessinnenbrautkleid und einem prinzengleichen Anzug für den Herren. Die Wahrheit ist jedoch, dass man weder das eine noch das andere benötigt. Natürlich soll die Hochzeit der schönste Tag im Leben eines Brautpaars gelten – aber der Tag wird nicht schöner, je mehr Geld man ausgibt. Und natürlich soll man nicht in den letzten Lumpen zum Standesamt oder in die Kirche gehen. Aber ein ganz normaler Anzug und ein Kostüm für die Dame reichen völlig aus, um in den Bund der Ehe zu gehen.

Eine große Feier: In vielen Filmen und Geschichten ist von einer großen pompösen Feier die Rede. Ähnlich wie man sie im Königshaus erwarten würde. Hundert Gäste sind geladen, es wird dick aufgetischt und natürlich muss die Hochzeitslocation groß, wunderschön, gar wie in einem Märchen sein. Aber sind wir ehrlich. Wenn wir mal ehrlich sind, dann brauchen wir nichts von alledem. Wir sind nicht glücklicher, zufriedener oder in irgendeiner anderen Art und Weise weil wir eine große Hochzeitstorte haben, eine Auswahl aus 10 verschiedenen Beilagen und 8 unterschiedlichen Fisch- und Fleischsorten kredenzen. Es macht den Tag nicht vollständiger, dass wir uns in teure Schale geworfen haben, nur um aufzupassen, dass wir ja nicht kleckern und vieles mehr. Das einzig wichtige an diesem Tag ist die Hochzeit selbst und die Tatsache, unseren Seelenpartner gefunden und mit Liebe überschütten zu können, dass man einander das Ja-Wort gegeben hat, und dass man fortan alle Sorgen und Nöte miteinander teilt. Da spielt es keine Rolle wie teuer die Kleidung war, wie viele Menschen man eingeladen hat, wie viel aufgetischt wird oder ob man überhaupt eine große Feier anberaumt.

Ist die Ehe aus der Mode?

Die Ehe ist seit einer kleinen Ewigkeit Bestandteil der menschlichen Kultur. Bereits vor Christi Geburt wurde die Ehe und Regeln und Gesetze über und für die Ehe schriftlich niedergeschrieben. Sie ist für viele (insbesondere für viele Frauen) das Non-Plus-Ultra in ihrem Leben.

Aber nicht jeder tickt so. Es gibt zahlreiche Menschen, die sich von der Ehe als eine Art „Volkskrankheit“ attackiert fühlen und keine Lust haben eine Ehe einzugehen. Zum einen, weil sie die ehelichen Pflichten nicht übernehmen wollen, die mit der Trauung einher geht, oder aber, weil sie der Ansicht sind, dass die Ehe längst überholt ist und man genauso gut glücklich und zufrieden leben kann, wenn man unverheiratet ist. Man könne ja dennoch zusammen leben und Kinder haben.

Das stimmt auch. Die Eheschließung ist kein Muss oder ein Soll. Wer heiraten will, der heiratet, und wer es nicht möchte, der lässt es ganz einfach. Es gibt keine Verpflichtung nach einer Beziehungsdauer von so und so vielen Jahren in die Ehe einzuwilligen. Es gibt genügend Menschen, die in einer sogenannten „wilden Ehe“ leben und die schönen Zeiten der Ehe genießen, ohne gesetzlich alle Verpflichtungen übernehmen zu müssen.

Früher war die wilde Ehe verpönt, da man damals bedeutend gottesfürchtiger war als heute noch und weil es sich nicht gehörte mit jemandem zusammen zu leben, sich körperlich zu lieben, Kinder zu kriegen und trotzdem keinen Ring am Finger zu besitzen. Solche Beziehungen wurden von der Gesellschaft, insbesondere aber von den eigenen Verwandten  nicht gerne gesehen. Sie glaubten, dass Gott und die Gesellschaft sie dafür bestrafen würden, dass sie in einer wilden Ehe lebten. Heutzutage ist es jedoch so, dass sich niemand, oder sagen wir besser kaum jemand, daran stört.

Zwar sind die Mitmenschen aus den älteren Generationen nicht begeistert, aber sie nehmen es hin. 

Generell ist die Ehe kein Muss und man sollte sich auch nicht zu einer Ehe genötigt fühlen. Wenn man glücklich ist und sich auf die Ehe freut, dann ist die Hochzeit genau das worauf man schon immer gewartet hat. Wer bereits glücklich und zufrieden ist, ohne geheiratet zu haben, muss nicht zwangsläufig eine Eheschließung eingehen, nur weil das so Sitte ist oder gerne gesehen wird.

Zudem macht bei manchen Menschen die Ehe auch keinen Unterschied. Untreue Seelen gehen ihrem Partner auch in der Ehe fremd – und wer sich schon vor der Ehe nicht sehr für die Beziehung angestrengt hat, wird nachdem der Ring am Finger steckt, sich nicht mehr Mühe geben.

Wir hoffen, dass eure Ehe in eine glückliche Zukunft führt und alle ihre Entscheidung nicht nachträglich bereuen. Auf die Liebe!

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