Tacheles reden

Es gibt viele Momente und Situationen, in denen man Tacheles reden muss. Natürlich bedeutet das nicht, dass man unhöflich sein muss und nur das sagen soll, was man gerade denkt. Aber es macht einen großen Unterschied, ob man immer um den heißen Brei redet, Dinge verklausuliert erklärt, ob man etwas beschönigt oder einfach ein paar Dinge sagt, wie sie sind.

Wie gesagt, es bedeutet nicht, dass man dummdreist alles sagen sollte, was einem gerade durch den Kopf fliegt, denn auch das kann schlecht ausgehen. Aber bei manchen Dingen hat man einfach keine Zeit und es ist keine gute Strategie etwas unnötig in die Länge zu ziehen.

Hier ein paar Beispiele:

Werbung

In der Werbung, wenn man auf ein Produkt oder eine Dienstleistung aufmerksam machen will, dann ist es wichtig, dass der Kunde weiß, was ihn erwartet. Dazu gehört, dass man klar spricht, was den Kunden erwartet. Hierbei wird auch gerne etwas überspitzt, damit der Effekt mehr zur Geltung kommt. Zum Beispiel heißt es dann nicht: „Durchschnittliche Mädchen aus deinem Landkreis möchten ein wenig mit dir plaudern.“, sondern: „Heiße Girls aus deiner Nähe warten auf deinen Anruf.“ Oder es heißt auch nicht: „Erotische Geschichten für alle ab 18, gratis und ohne Versteckte Kosten.“, sondern Heiße Fick Stories und Sex kostenlos.

Schließlich haben die Banner, auf denen solche Werbemittel angezeigt werden, meist nur eine bestimmte Größe, und da muss man sich auf die wichtigsten (und effektivsten) Schlagworte beschränken.

Bei einem Desinfektionsmittel ist beispielsweise auch nicht „günstig“ das beste Schlagwort, sondern „tötet 99 % der Bakterien“ oder „Schutz für die ganze Familie“. Der Kunde will nicht ewig und 3 Tage lesen oder hören, was das Produkt sonst noch kann, sondern will über das wichtigste in kürzester Zeit informiert sein und soll natürlich von diesen effektiven Schlagworten angelockt werden.

Gesprächen

Auch bei Gesprächen ist es wichtig, dass man Tacheles redet. Zwar ist es auch wichtig ein Stück weit die Samthandschuhe anzuziehen und den Leuten nicht alles an die Köpfe zu schlagen, was man denkt – gerade bei sensiblen Menschen ist Vorsicht geboten – doch zu sehr Samthandschuh ist ebenfalls nicht gut.

Verständnis, Fürsorge und Umsicht in allen Ehren, aber was zu weit geht, geht zu weit – und manche Menschen brauchen eine klare Führung, eine starke Persönlichkeit, die ihnen sagt: Bis hier hin und nicht weiter!

Beispielsweise, wenn eure Mutter oder Schwiegermutter ständig zu euch nach Hause kommt und ungefragt anfängt irgendwas in eurem Haushalt zu machen. Sicher mag es gut gemeint sein, wenn ihr euch davon aber belästigt und ständig korrigiert fühlt, dann müsst ihr in eurem Haus auch mit der Faust auf den Tisch hauen und sagen: „Mama, wir müssen reden!“

Das bedeutet nicht, dass man grob oder unhöflich sein muss, aber man kann sollte bereits klar und deutlich sagen, was einen bewegt, bedrückt oder stört. So sollte man nicht anfangen mit: „Ich weiß, dass du es gut meinst und dass du viel alleine bist, dass du das alles gut meinst und ich möchte dich jetzt auch nicht angreifen oder dergleichen. Du sollst wissen, dass ich dich immer liebe, ganz gleich, was passiert und ich möchte nicht, dass dies hier in einen Streit entfacht. Sondern lieber: „Mama, wir müssen reden. Ich weiß du meinst es gut, aber deine ständigen Besuche und das ganze Geputze deinerseits geht mir richtig auf die Nerven.“

Richtig reden

Bei dem Gespräch sind ein paar wichtige Punkte zu beachten. Erstens: Stimmlage. Die Stimme sollte nicht übermäßig laut sein, aber eben auch nicht zu leise. Man sollte die Emotionen aus dem Gespräch raus lassen und eine feste Stimme haben, damit man ernst genommen wird. Wer mit zitternder und kleinlauter Stimme seinen Standpunkt durchsetzen will, kommt nicht weit. Wer gehört werden will, muss sich durchsetzen und zwar laut und deutlich. Wie gesagt, ihr sollt euch nicht anbrüllen, aber du musst gut und verständlich sprechen.

Zweitens: Wortwahl. Bei einem sachlichen Gespräch über das was einen stört und was man geändert haben will ist es zwar wichtig, dass man direkt über seine Gedanken spricht, aber dabei auch auf das achtet, was man sagt. Denn sobald man sich so ausdrückt, dass es für andere verletzend ist, wird es unsachlich und die Emotionen kochen schnell rauf. Nehmen wir zum Beispiel die Kritik einer Mutter an dem Outfit ihrer Tochter: „So gehst du mir nicht vor die Tür, du siehst aus wie ein Flittchen!“ Das sind sehr verletzende Worte und sorgt nur dafür, dass die Tochter sich in ihrer Haut schlecht fühlt, dass sie sich als schlecht wahrnimmt, dass sie ein negatives Körperbild kriegt und dass die Beziehung zwischen Mutter und Tochter auseinander driftet. Sagt die Mutter hingegen: „Ich mag es nicht, wenn du so freizügig rumläufst. Ich möchte, dass du dir wenigstens eine anständige Jeans und eine Jacke anziehst“, dann hat die Mutter hingegen ihren Standpunkt klar gemacht, ohne dabei die Gefühle ihrer Tochter zu verletzen.

Wie läuft es bei euch mit dem Tacheles reden?

Schafft ihr es ohne Weiteres eure Meinung zu sagen, oder fällt es euch schwer die Gefühle richtig auszudrücken? Seid ihr in der Lage die Stimme zu erheben oder seid ihr eher kleinlaut und freut euch, wenn ihr einer Diskussion aus dem Weg geht.

Erzählt von eurer Meinung und euren Gefühlen in den Kommentaren, teilt den Beitrag auf Facebook und gebt dem Artikel eine positive Bewertung, wenn es euch gefallen hat. Ansonsten wünschen wir euch bei euren Diskussionen viel Erfolg und viel Spaß.

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