Gedichteband „Umgestülpter Humor“

Rezenstion Von: Stefan Steinmair

Dr. Baruch Berliner hat sein Leben sehr vielfältig gestaltet. In Tel-Aviv geboren, hat er in Berlin Abitur gemacht und in Zürich in theoretischer Physik diplomiert und in Mathematik doktoriert. Er arbeitete in Zürich bei einer Rückversicherungsgesellschaft als Aktuar, unterrichtete als Gastdozent an zahlreichen Universitäten und veröffentlichte Fachbücher und viele Artikel in Fachzeitschriften aus dem aktuariellen Bereich und dem Bereich der Versicherungswirtschaft und des Finanzsektor. Er gründete eine Familie und hat jetzt 4 Kinder und 16 Enkelkinder.

Mit 47 kehrte er nach 35 Jahren Abwesenheit nach Israel zurück und begann neben seiner Tätigkeit an der Tel Aviver Universität zu komponieren und zu dichten. Neben Gedichten schreibt er noch Aphorismen und Kurzgeschichten.

Er hat neben leichter Musik – wie Walzer und südamerikanische Tänze  -3 symphonische Dichtungen auf biblische Themen für Orchester und einem Sprecher, der biblische Texte zur Musik vorliest, komponiert, die weltweit mit sehr großem Erfolg aufgeführt werden. Er verfaßte bisher 10 Gedichtebände, 6 in deutscher und 4 in hebräischer Sprache.

Baruch Berliner spricht in Gedichten, allerlei Alltagssituationen wie mißratene Ferien, Kochplagen, Übergewicht, Depressionsursachen, Mammonsorgen, Langeweile und so fort,  auf humoristische Weise an. Der Humor tänzelt dabei um den Sarkasmus herum und springt zwischen Wilhelm Busch und Heinz Erhardt fröhlich und mit Leichtigkeit hin und her.

Sein im Frieling-Verlag, Berlin, kürzlich erschienenes Buch „Umgestülpter Humor“ ist ein Teil der Sammlung seiner mit leichter Hand geschriebenen Gedichte aus den 1980er Jahren, die aber immer zeitlos bleiben werden, eine bunte Mischung aus verrückten Lebenssituationen, Nonsens, Lebensweisheit, schwarzem Humor, Gedichte, die das Leben beschreiben.

Die Gedichte Berliners in dem von Elhanan Ben Uri herrlich illustrierten Buch heben hervor, daß der jüdische Humor noch existiert und relevant und amüsierend bleibt. Mit seiner frechen und kreativen Schreibweise nimmt der Autor kein Blatt vor den Mund und zeichnet den noch so mißgestimmten Lesern ein herzhaftes Schmunzeln ins Gesicht.

Zwei Kostproben aus der Finanzwelt und der Tierumwelt:

Der kranke Dollar

Meine Bank meint blank,
der Dollar dei krank.
Er ist zwar in Behandlung,
doch in Sicht ist keine Wandlung.
Seine Schwäche sei motorisch,
seine Anfälligkeit notorisch.
Es gäbe zur Zeit keine Zentralbankspritzen,
die wirklich wirken und sitzen.
Je mehr sich Spezialisten um den Dollar kümmern,
umso mehr sehen wir ihn verkümmern.
Doch den Dollar wird niemand erben,
denn er wird nicht – weil er darf nicht – sterben.

Der fleißigste aller Papageien

Unser Papagei mit seinem orientalischen Schnabel
biss den Gast direkt in den Nabel,
trank und aß mit Löffel und Gabel,
biss dann durch das elektrische Kabel
und erzählte uns in der Dunkelheit ’ne Fabel.

Baruch Berliner würzt in seinem im Frieling-Verlag Berlin erschienenen 180-seitigen Buch „Umgestülpter Humor“ das Menü des Lebens so humorvoll, dass man nicht Trübsal erdulden muss, sondern heiter und unbeschwert durch den Tag zieht.

Im deutschen Buchhandel kostet das Werk 11 Euro.
ISBN 978-3-8280-3537-9.

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